Apoplex

Begriffsbestimmung Apoplex

Apoplex (lat. Apoplexia ) bezeichnet in der Medizin eine unerwartete Störung der Durchblutung eines Organs, eines Organsystems oder einer Region des Körpers. Der Apoplex müsste richtigerweise Apoplexie genannt werden. Es hat sich aber die Form Apoplex im medizinischen Sprachgebrauch durchgesetzt.
 
Die Medizin unterscheidet grundsätzlich zwischen dem so genannten Schlaganfall (Apoplexia cerebri), der Nebennierenapoplexie , ein Trauma der Bauchorgane nach einer Geburt (Apoplexia intestinalis neonatorum), dem Verschluss der Arterie, die Sehnerv oder Netzhaut versorgt (Apoplexia papillae), einer Netzhaut- (Apoplexia retinalis) oder Rückenmarksblutung (Apoplexia spinalis).
 
Heute wird mit dem Begriff Apoplex meist nur noch Schlaganfall, also die Durchblutungsstörung des Gehirns bezeichnet. Im Folgenden wird hier deshalb nur noch auf diese Form des Apoplex eingegangen.

Erkennung eines Apoplex

Beim Vorliegen eines Apoplex kann es zur Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und damit zu anhaltenden Schädigungen der betroffenen Hirnregionen führen. Von daher ist es besonders wichtig, einen Apoplex zu erkennen. Die unten geschilderten Symptome deuten auf einen Apoplex  hin, sie können allein oder auch in einer Kombinationen auftreten:
 
– Schwindelgefühl oder Übelkeit mit oder ohne Erbrechen
– Störung des Gleichgewichtssinnes
– Sehstörungen, die auf einem oder auch auf beiden Augen auftreten können (z.B. Ausfall eines Sehbereichs im Gesichtsfeld oder   doppelsehen)
– einseitige Erweiterung der Pupillen
– Wahrnehmungsstörungen
– Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen oder Schwäche im Gesicht, den Extremitäten oder einer ganzen Körperhälfte
– Verwirrtheit
– Sprachstörungen
– extremer Kopfschmerz
 
Es ist bei der Vielzahl der möglichen Symptome nicht einfach einen Apoplex zu erkennen. Deshalb gibt es Verfahren, die helfen, den Verdacht eines Apoplex zu erhärten. 

Mit diesem Test können auch Laien innerhalb kürzester Zeit einen Apoplex erkennen:

– Lassen Sie den Betroffenen lächeln. Bei Vorliegen einer Lähmung wird das Gesicht beim Versuch zu lächeln einseitig verzogen.
– Lassen Sie den Betroffenen beide Arme gleichzeitig nach vorne heben, die Handflächen zeigen dabei nach oben. Falls eine Lähmung vorliegt, wird dies nicht gelingen.
– Lassen Sie den Betroffenen einen einfachen Satz wiederholen. „Danke, mir geht es schon wieder gut“. Achten sie auf die Vollständigkeit und eine verständliche, deutliche Aussprache.
 
Mit diesem Test (auch FAST-Test genannt) fragen sie Zeigersymptome für das Vorliegen eines Apoplex ab. Der Vorteil dieses einfachen Verfahrens liegt darin, dass auch medizinische Laien schnell eine recht sichere Diagnose stellen können. Das verringert den Zeitbedarf bis professionelle Hilfe greift und hilft damit, die Folgen eines Apoplex zu verringern.

Erste Hilfe beim Apoplex

Wenn der Verdacht besteht, dass ein Apoplex vorliegt, ist die richtige Erste Hilfe von großer Bedeutung. Jede Sekunde zählt. Wählen Sie bei dem Verdacht, dass ein Apoplex vorliegt IMMER SOFORT den Notruf 112.
 
Sagen Sie der Rettungsleitstelle „Verdacht auf Schlaganfall (Apoplex)“ und zählen Sie die beobachteten Symptome auf.
Da der Schluckreflex beim Apoplex gestört sein kann und deshalb akute Erstickungsgefahr besteht, geben Sie dem Betroffenen nichts zu essen oder zu trinken.
Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke.
Atemwege freimachen, Zahnprothesen entfernen.
Bewusstlose Patienten in die stabile Seitenlage bringen.
Atmung und Puls überwachen – Wenn Atem oder Puls nicht feststellbar sind, führen Sie eine Herz-Druckmassage durch.
Notieren Sie sich unbedingt den Zeitpunkt, wann die Symptome angefangen haben.

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